Error message

Deprecated function: The each() function is deprecated. This message will be suppressed on further calls in _menu_load_objects() (line 569 of /nfs/c02/h05/mnt/21633/domains/agentur.helmisigg.ch/html/includes/menu.inc).

Expodata-Interview mit Helmi Sigg

Erscheinend am 17. April zum Xaver-Award

Herr Sigg, Sie sind als Schauspieler, malender Künstler, Komiker und Werber ein Naturtalent. Wie wird man ein Gesamtkunstwerk?

Danke für die Blumen! Keine Ahnung wie man das wird. Man macht dies und das und plötzlich ist man ein Gemischtwarenladen oder wie Sie es nennen ein Gesamtkunstwerk. Ich habe mich halt für vieles interessiert, ich brauche das, da ich an dem was ich mache auch Spass haben will. Das sorgt für mein seelisches Gleichgewicht. Das ist bei mir halt so, sehen Sie, jetzt habe ich meine erstes Buch „Sherlock Holmes und der Giessbach-Fall“ geschrieben. Natürlich nicht einfach ins Blaue hinaus sondern ich habe es dem Grandhotel Giessbach angeboten und jetzt haben wir beide Freude daran. Das Hotel hat ein super „Give –Away“ für besondere Gäste und ich hab ein Buch gemacht.

Welche Beziehung haben Sie zur Werbung?

Ein sehr ambivalentes , aber eigentlich ärgert sie mich immer. Entweder sie ist grottenschlecht oder sie ist so gut gemacht, dass mich der nackte Neid packt. Ich habe jetzt doch schon ein paar Jahrzehnte Werbung wahrgenommen. Ich erinnere mich noch an die frühen Fernsehspots. Ernst Teigwaren, die Migros-Familie oder die Mitsubishi-Spots mit Walter Roderer. Die waren echt lustig und sie sehen ja, die hängen ja bis heute nach. Und irgendwann ging’s los und die Werbung ist Dir nur so um die Ohren geflogen und man nimmt sie grösstenteils nur noch aus dem Augenwinkel war. Aussergewöhnliches ist heute schwer zu machen, denn die Film- und Fernsehlandschaft haben auch noch durchs Internet Verstärkung bekommen und alle heulen etwa gleich laut. So landet vieles im mentalen Junk-Filter und wird nicht mehr wirklich wahrgenommen. Aber trotzdem: Ich liebe Werbung, vor allem wenn Sie mir Unterhaltung bietet und ich schmunzeln kann.

Sie selber treten mit dem Trio Eden und auch allein als Unterhalter auf Marketing-Events auf. Wenn Sie sich so umsehen an Events, was sehen Sie da? (Langweilig, spannend? Wie würden Sie diese Welt revoluzionieren oder wenigstens evoluzionieren?

Es ist spannend geworden und einiges ist schon fast Kunst. Ich rede da unter anderem von Otto Steiner (Steinersarnen), was der auf die Beine stellt ist grandios und mehr als nur ein Event. Die Krux an der Sache ist die, alles ist grösser und spektakulärer geworden. Die Verpackung besser als der Inhalt. Das hat eine zeitlang sicher funktioniert, aber der Konsument ist nicht so blöd, wie man ihn gerne haben möchte und er durchschaut mit der Zeit vieles. Ich würde vorschlagen wieder mehr auf der emotionalen Schiene zu fahren und mich an den genialen Satz halten: Reduce to the max!

Was ist der Beitrag von Events zu einer Marke?

Ich weiss gar nicht ob Events jetzt immer wichtiger werden oder nicht. Auf der einen Seite ist da ein ganzer Stamm neuer Beschäftigungen gewachsen, auf der anderen Seite ähneln sie sich immer mehr. Event hier, Event da, grösser, spektakulärer und, und, und...ob das einer neuen Marke wirklich hilft, kann ich nicht wirklich sagen. Als Imagewerbung etablierter Produkte ist es aber immer noch gut. Aber auch da, ich habe viele neue Produkte von grossen Brands gesehen, die still und leise wieder beerdigt wurden. Ich sehe wie meine jetzt erwachsenen Kinder reagieren, nämlich fast überhaupt nicht. Das muss man gut beobachten und sich einiges durch den Kopf gehen lassen, die sind mit dem Werbe-Hype aufgewachsen. Wenn jemand neben der Autobahn geboren ist und dort auch lebt, dann nimmt er sie nicht mehr war. Denn Schlussendlich geht es ja nur um eine optimale Geldvermehrung.

Mit dem Trio Eden sind Sie auch im Erfolgsstück «Ewigi Liebi» aufgetreten. Welche Bilanz ziehen Sie? Und wie hat alles angefangen mit dem Trio Eden?

„Ewigi Liebi“ ist das wovon man im Künstler-Leben träumt. Von Anfang mit dabei sein in einer Produktion die immer erfolgreicher wird und man seinen Teil dazu beigetragen hat. Das ist fantastisch - das ist Rock’n’Roll!! Ich bin vor über einer halben Million Leute in über 750 Shows aufgetreten, das hätte ich mir nie träumen lassen. Und was das wichtigste dabei ist, wir sind in den fünf Jahren nicht wahnsinnig geworden, sondern immer brav auf dem Teppich geblieben.
Das Trio Eden ist aus einer Notsituation entstanden, als man uns 1996 von einem Tag auf den anderen, den Fernsehsender Züri 1 zugemacht hat. Wir produzierten damals wöchentlich das legendäre „Eden TV“ mit grossem Erfolg. Oft hatten wir über 200'000 Zuschauer pro Show. Als dann plötzlich Schluss war, entschlossen Midi Gottet, Guy Landolt und ich den Sprung auf die Bühne. Es klappte doch vorzüglich und wir produzierten sieben grosse Shows und unzählige Einzelshows, die wir „Onenight Stand“ nannten. Und dann kam die Anfrage von Dominik Flaschka für „Ewigi Liebi“ und wir sprangen auf den grossen Zug mit dem wir jetzt rasant fünf Jahre unterwegs waren.

Was ist das Erfolgsgeheimnis des Trio Eden?

Das verrate ich nicht, sonst ist es ja kein Geheimnis mehr. Also gut, es ist die Kombination von uns drei unterschiedlichen Typen. Unsere Zusammenarbeit ist eine Ergänzung auf hohem Niveau und das trägt sich dann bis auf die Bühne hinauf. Wenn ich von Niveau rede, dann meine ich das Handwerk und die Performance, über das andere streiten sich ja die Gemüter. Wir haben nie mit der Schere im Kopf gearbeitet und auf uns vertraut, auch wenn es oft sehr grenzgängig war. Heute, wenn man zurückschaut ist das alles harmloser als harmlos, aber einige Philister dazumal waren sicher überzeugt, dass wir einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hätten. Aber genau das hat damals richtig eingeschlagen und unsere Fans liebten uns dafür. Das Marketing war perfekt!

Am 17. April finden in Zürich die Prämierungen zum Award der Live-Kommunikation, dem Xaver-Award, statt. Sie selber standen vor einigen Jahren mit dem Trio Eden als Unterhalter auf der Bühne. Was wissen Sie über den Xaver-Award, wie beurteilen Sie ihn und welcher Stellenwert hat er im Vergleich mit anderen Preisen der Kommunikations- und Werbebranche?
Ich finde den Xaver – Award wichtig, er spornt an und er zeigt der Branche, dass sie stolz auf sich sein kann. Andererseits sind Awards immer so eine Sache, es gibt nur einen Sieger und viele Verlierer, das bricht mir immer fast das Herz, denn die anderen nominierten sind auch sehr gut, sonst wären sie ja nicht nominiert worden. Natürlich ist der Xaver-Award im Gegensatz zu all den anderen Werbe-Auszeichnungen immer noch unterbewertet, da die Branche halt nicht so „glamourös“ wie bei den Werbern ist. Aber sind wir doch ehrlich, all diese Preise finden in einem kleinen Kreis statt und werden von Aussen und vom Ottonormalverbraucher kaum wahrgenommen. Es ist sozusagen ein Inside-Job!

Als Werber. Was ist besser: Above, below- oder On-the-Line? Welche 50% der Werbung sind, wie John Ford gesagt hat, zum Fenster hinaus geworfenes Geld (und welche nicht)?

Ha, wenn ich das wüsste, wäre ich jetzt reich wie John Ford! Aber das ist ja nicht nur in der Werbung so! Wenn eine Foodkette genau wüsste was die Leute alles so kaufen, dann müsste man nicht soviel abgelaufenes verbrennen und entsorgen. Immerhin wurde es ja wie der Rest produziert um verkauft zu werden. Werbung ist heute nicht mehr wegzudenken und man lebt halt mit dem „Collateral Damage!“ Wir regen uns ja schon auf, wenn wir in den Laden gehen und es hat dort keine Eier mehr, oder Brot, oder Erdbeeren im März, oder Osterhasen im Januar oder Spargeln im Dezember.....

Und wie halten Sie es mit David Ogilvy, der gesagt hat, «ninety-nine percent of advertising doens’t sell much of anything to anyone»?

Ich würde sagen Herr Ogilvy hat sich geirrt. Aber es ist ein lustiger Satz, immerhin haben Sie ihn zitiert. Da habe ich auch noch einen, ebenfalls von Henry Ford: Wer aufhört zu werben, um Geld zu sparen, kann ebenso seine Uhr anhalten, um Zeit zu sparen.

Was macht eigentlich Ihre TV-Arbeit? Wie wär’s mit einer TV-Serie a la «Late Service Public» oder «Schawinski»?

Meine TV-Arbeit liegt im Dornröschen Schlaf und wartet darauf vom Prinz wachgeküsst zu werden. Und nein danke, mein Traum ist immer noch ein Format wie dazumal Eden TV, mit dem heutigen Know how und der ganzen Comedyerfahrung der letzten 20 Jahre. Ich weiss, dass es funktionieren würde.

Was möchten Sie im Leben noch tun/erreichen und was nicht tun?

Das Leben ist immer noch voller Überraschungen und das einzige was ich nicht tun werde ist nichts tun!

Bitte beenden Sie den folgenden Satz:
Midi Gottet und Guy Landolt vom Trio Eden ..
sind für mich das Beste was mich auf meiner Komiker Karriere je begleitet hat.

Fakultativ (Kommentare zu Zitaten von David Ogilvy):

Any damn fool can put on a price reduction. But it takes brains and perseverance to create a brand.
Ja am besten einen Flächenbrand☺

Add new comment

Filtered HTML

  • Web page addresses and e-mail addresses turn into links automatically.
  • Allowed HTML tags: <a> <em> <strong> <cite> <blockquote> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • Lines and paragraphs break automatically.

Plain text

  • No HTML tags allowed.
  • Web page addresses and e-mail addresses turn into links automatically.
  • Lines and paragraphs break automatically.