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Zurück aus dem Bau der Munggä

Werbewoche 11 (08.06.2012). - Artikel im Originallayout als PDF.

Auch „Ewigi Liebi“ kann nicht ewig dauern. Helmi Sigg hat den Abstecher auf die Bühne genossen und will jetzt wieder mehr Werbung machen. Gestartet ist er mit einem Guerilla-Roman.

Das Manuskript wurde „in einer rostigen Botanisiertrommel im Keller der Bakerstreet 221b nach einem kapitalen Wasserschaden entdeckt. Das Manuskript war in einem denkbar schlechten Zustand…Nach einigen Versuchen gelang es uns, die Geschichte beinahe lückenlos zu rekonstruieren.“ So steht es im Vorwort von „Der Giessbach-Fall“. Die bisher unveröffentlichte Geschichte von Dr. John Watson, dem fiktiven Chronisten von Sherlock Holmes, hat jetzt rund 80 Jahre nach dem Tod von Arthur Conan Doyle, dem realen Schöpfers des Vaters aller Detektive, doch noch zu einer glücklichen Aufklärung gefunden. Unter die Lupe genommen wurde der Fall von Helmi Sigg. Nicht nur spannend zu lesen, sondern auch ziemlich stilsicher. Immerhin hat die Londoner Sherlock Holmes Society gleich mal 50 Exemplare von der Novelle aus dem „Verlag Agentur Sigg“ für ihre Sammlung aufgekauft. „Das macht natürlich schon ein bisschen stolz, gleich bei einem ersten Buch“, meint Helmi „Dr. John“ Sigg.

Auf die Idee mit der nicht ganz lupenreinen Holmes-Story ist Helmi Sigg gekommen, als er mit seiner Frau Barbara zusammen ein bisschen Erholung im Hotel Giessbach suchte. Helmi litt an diesem „Kraftort am Brienzersee“ (Eigenwerbung des Verkehrsvereins) ein bisschen unter zu viel ungebundener Kreativität. Seine Frau wollte ihn deshalb mit einer Aufgabe ruhig stellen. „Sherlock Holmes ist bei den Reichenbachfällen ums Leben gekommen. Wieso könnte man ihn bei den Giessbachfällen nicht noch einmal literarisch zum Leben erwecken?“ – Eine blöde Idee, fand der Gatte. „Einfach nur Schreiben bringt ja nichts“, wusste der langjährige Medienprofi. Aber dann kam der Spezialist für Below-the-Line-Werbung schliesslich auf die Idee, seinen Fall dem Grandhotel Giessbach als „Gadget für seine Kundenbindung“ anzubieten. Das Buch mit einer Geschichte, „wo das Hotel der Hauptschauplatz ist“, wird inzwischen deutsch und englisch an treue und auch potenzielle Gäste verteilt.

Werbung abseits der ausgetrampelten Kanäle war schon immer ein Markenzeichen von Helmi Sigg. Film, Wort und Audio sind seine Kompetenzen. Am liebsten macht er Guerilla-Aktionen, wenn jemand „eine verrückte Idee sucht“. Zahlreiche Referenzen hat er aus dem Bereich der Kinofilm-Werbung. Allerdings muss sich der Guerilla-Kommunikator in diesem Sommer zuerst auch um seinen eigenen Relaunch kümmern, wenn er sich wieder in den Kuchen zurück kämpfen will.

„Es ist, wie wenn du fünf Jahren im Knast gewesen bist“, meint Helmi zum Zustand seines aktuellen Netzwerks. Sein „Knasterfahrung“ allerdings war eine „ziemlich geile Zeit“ und statt Gitter gab es täglich Standing Ovations.

Mehr als 800 Mal ist Helmi Sigg als Murmeltiermutter Martha in „Ewigi Liebi“ auf der Bühne gestanden. Über eine halbe Million Fans haben den vielseitigen Kreativen in diesen fünf Jahren im erfolgreichsten Musical der Schweizer Showszene gesehen. „Von so etwas kann man als Künstler nur träumen“, meint Helmi. Dazu war es noch eine der dankbarsten Rollen. „Wir waren eine Art Pausenclowns.“ Die „Ewigi Liebi“ spielt in zwei Zeitebenen, der Vergangenheit und Gegenwart. Helmis Familie der Murmeltiere musste eine Verbindung schaffen zwischen diesen beiden Elementen. „Die anderen haben sich einen Wolf gesungen und grosse Performance leisten müssen. Wir sind auf die Bühne gekommen und haben einfach die Leute zum Lachen gebracht.“

„Wir“, das ist das Trio Eden, wo neben Helmi auch noch Guy Landolt und Midi Gottet dabei sind. Die Comedy-Truppe ist 2007 mit sechs witzigen Produkt-Filmen für Bico-Matratzen aufgefallen, bevor sie im gleichen Jahr von der ewigen Liebe heimgesucht wurde . In den 90er-Jahren realisierten die Comedians über 150 Sendungen Eden TV für Forum Zürich und den Privatsender Züri 1. In dieser Phase hat Sigg als Produzent auch gegen 200 weitere TV-Formate wie die Weekend-Sendung „Downtown“ oder das kultige Kinomagazin „HitzSigg“ für STAR TV realisiert. 1997 folgte das Bühnendebüt vom Trio mit dem Stück „Jenseits von Eden“. Mittlerweile wurden sieben erfolgreiche Bühnenshows produziert.

Eingestiegen in die Welt des Showbizz ist Helmi Sigg als „Kulissenschieber“ beim „Teleboy“ mit Kurt Felix. Dort hat ihn Karli Suter entdeckt. Der Altmeister des Schweizer Boulevard engagierte ihn als Regieassistent. Später wurde Sigg Inspizient in Klassikern wie "Die kleine Niederdorf Oper“ mit Ruedi Walter oder „Der schwarze Hecht“. Als Regieaasistent beim Fernsehen und Theater arbeitete Helmi Sigg auch mit Inigo Gallo, Günther Lamprecht, Maria Schell, Klaus Knuth oder Werner Düggelin zusammen.

Weil sie das Gefühl hatte, er würde so „ewigs weiter basteln“, hat ihn seine Frau Barbara, inzwischen neben ihrer Selbständigkeit als Fotografin auch Mutter von einem Sohn und später einer Tochter, „heimlich beim Radio angemeldet“. Helmi wurde Moderator bei Radio 24, bevor er sich nach zwei Jahren am Mikrofon wieder auf seine Vielseitigkeit besann. Trouble Shooter Helmi Sigg hiess damals der Start-up, der nun nach vielen Jahren noch einmal aus dem Murmeltierschlaf geweckt worden ist.

Andreas Panzeri

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